
Die Heilige Bakhita.
Zunächst erfolgte die Einweihung der neuen Kirche in Rwimbogo einer Außenstelle von Mushaka im Pfarrgebiet Pater Ubalds. Sie wurde der Heiligen Bakhita, einer schwarzen Heiligen aus dem Sudan geweiht, die wegen ihres heiligmäßigen Lebens, ihrer unsagbaren Leiden, die ihr als Sklavin zugefügt worden sind und wegen ihrer Bereitschaft, ihren Peinigern von Herzen zu vergeben, von Papst Johannes Paul II heiliggesprochen worden ist.

Franz beim Aufhängen des Bildes von Brigitte Szyszkowitz
Pater Ubald lernte diese Heilige bei einem Besuch in Schio in Italien kennen. In dem Kloster der Canossianerinnen befinden sich die Gebeine und Reliquien der Heiligen. Überall wird sie als Heilige der Versöhnung verehrt. Sie hat all ihren Peinigern verziehen, weil sie durch ihren mehrmaligen Verkauf in dieses Kloster gelangt, gläubig geworden ist und weil sie hier Jesus den Leidenden und Gekreuzigten kennenlernen durfte, ihn, der selbst seinen Mördern noch von seinem Kreuz herab verzieh. Unter anderem beteuerte sie immer wieder:
„Wenn ich meinen Entführern und Peinigern begegnete, würde ich ihre Füße küssen. Denn nur weil ich entführt worden bin, habe ich Jesus kennen und lieben gelernt.”
Pater Ubald war so tief betroffen von dem Leid dieses jungen Mädchens, von seiner Bekehrung und seinem stets zu verzeihen bereiten Herzen, sodass er sofort darum bat, ihm zu helfen, in seiner Pfarre eine Kirche zu bauen, die der Heiligen Bakhita geweiht werden soll. „Ich muss diese Heilige in Rwanda haben, damit sich die Menschen dort nach dem Beispiel Bakhitas wieder versöhnen können”.
Wiederum war es eine Freundin von mir, Frau Maria Kroisleitner, sie wohnt im Stift Rein, die diesen Bau nicht nur finanziert, sondern auch mit einer Statue der Madonna aus Schio, sowie mit einer großen und einer kleinen Monstranz für die Eucharistische Anbetung ausgestattet hat.
Leider fehlten diese sakralen Gegenstände bei der Einweihung der Kirche, weil unser Container, in dem sie sich befanden, nicht rechtzeitig in Nyamasheke eingetroffen ist. Doch auch sie wurden später mit großer Freude von den Pfarrbewohnern in die neue Kirche gebracht, sodass nun das Allerheiligste dort aufbewahrt und zur Anbetung ausgesetzt werden kann.
Und um die liebliche Statue der Gottesmutter mit dem Jesuskind scharen sich nun ihre gläubigen Kinder. Glücklicherweise, es war wohl der Heilige Geist am Werk, gab mir meine Freundin Brigitte Szyszkowitz, eine Künstlerin, ein großes, selbst gemaltes Bild mit auf die Reise, auf dem die Heilige Bakhita inmitten von schwarzafrikanischen Kindern dargestellt ist. Somit konnten sich die zur Kirchweihe versammelten Gläubigen ein Bild dieser Heiligen machen. Die Freude über sie ist besonders groß, weil sie nicht nur eine Heilige, sondern eine von ihnen ist, eine Schwarze, eine Afrikanerin.
(c) 2009-2010 Redaktion Jacki Weitlaner & Karl Paar